Lukrative Ferienwohnungen statt bezahlbarer Wohnraum in Tübingen?!

In einem Artikel im Schwäbischen Tagblatt am 9.7.2016 über Ferienwohnungen in Tübingen wird auch ein Vertreter des Wohnraumbündnis zitiert:

“ (…) Das „helle Zimmer mit Neckarblick“ gibt’s für 40 Euro die Nacht, die Unterkunft mit zwei Betten für 65 Euro: „Genieße das Französische Viertel!“ Vor allem in der Tübinger Altstadt, etwa an der Burgsteige, werden im Internet-Portal „Airbnb“ Zimmer und Wohnungen angeboten – darunter allein zehn Offerten eines einzigen privaten Anbieters. Für Paul Rodermund vom Wohnraumbündnis Tübingen ist das ein deutlicher Hinweis auf einen gewerblichen Vertrieb, zumal die Schlüsselübergabe mittels des am Altstadt-Haus angebrachten Schlüsselsafes läuft.
Weit über 100 Tübingen-Angebote finden sich bei „Airbnb“, mehr als 90 bei „Fewo-Direkt“. Teils sind es die gleichen, doch es gibt ja noch mehr Portale: Trip Advisor, Booking.com, Wimdu…
Sofern Steuern gezahlt werden, sind solche Angebote keineswegs illegal. Jedoch: „Dadurch werden dem ohnehin angespannten Tübinger Wohnungsmarkt Wohnungen entzogen“, sagt Rodermund. Das sieht auch Thomas Keck vom Mieterbund Tübingen-Reutlingen so. Mit Ferienwohnungen könne man oft „ein Mehrfaches der normalen Miete einnehmen“ (…)“

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Mieterbund-fordert-Umwandlungs-Verbot-fuer-Wohnungen-OB-Palmer-lehnt-das-ab-294782.html

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156 Häuser in Tübingen stehen leer – Stadtverwaltung möchte Zweckentfremdungsverordnung

In einem Artikel im Schwäbischen Tagblatt wird über Leerstände und Luxussanierung in Tübingen berichtet. Dabei wird auch ein Vertreter des Wohnraumbündnis zitiert:

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Wohnungsnot-in-Tuebingen-156-Haeuser-stehen-leer-292727.html

Neben den über 150 Häusern stehen zudem noch ungezählte Wohnungen leer – und in Tübingen werden zunehmend Wohnungen dauerhaft als Ferienwohnungen, beispielsweise über das Internetportal airbnb, profitabel vermietet und stehen nicht mehr als bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung…

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Tour de Profite – Fahrradtour zu Tübinger Orten, an denen Profite mit Wohnraum gemacht werden. So. 29.5.16, 14 Uhr, Start Marktplatz

Die Mieten steigen und derTour de Profite-Plakat Platz für Neubauten ist rar. Aber warum steigen eigentlich die Mieten und wie könnten Lösungen für die steigende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum aussehen?

Auf der „Tour de Profite“ werfen wir einen Blick hinter Hausfassaden und gucken unter Geröllhaufen von Großbaustellen. Dort finden wir Luxussanierungen, hochpreisige Eigentumswohnungen, globale Immobilienunternehmen, politische Fehlentscheidungen, Leerstand, profitable Ferienwohnungen und einiges mehr.

Die Tour findet – in gemütlichem Tempo – mit dem Fahrrad statt.

Bringt Snacks und Getränke für ein Picknick mit!

Wann? Sonntag, 29.05.2016, 14 Uhr
Start: Marktplatz Tübingen
Ziel: Südstadt

Eine Veranstaltung des Wohnraumbündnis Tübingen
wohnraumbuendnis-tue@mtmedia.org
https://wohnraumbuendnis-tuebingen.mtmedia.org
https://www.facebook.com/WohnungsbuendnisTuebingen

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Wohnen im Wasser! Politische Installation auf der Tübinger Kulturnacht, Sa. 7.5. Ammerkanal/Ammergasse

Pressemitteilung/Veranstaltungsankündigung:

Wohnen im Wasser! Politische Installation auf der Tübinger Kulturnacht, Sa. 7.5. Ammerkanal/Ammergasse

Die Tübinger Künstlerin Béatrice Billat von der Künstlergruppe Q IIIIII und das Wohnraumbündnis präsentieren auf der Tübinger Kulturnacht am Samstag, 7.5. die Lösung für hohe Mieten und begrenzte Bauflächen:
„Die Zukunft Tübingens liegt im Wasser! Investieren Sie noch heute!“

Solange Tübingen riesige ungenutzte Wasserflächen hat, braucht keine Wiese bebaut und kein Tübinger Brunnen geopfert werden! Im Ammerkanal, in der Ammergasse kurz vor der Krummen Brücke, stellt Béatrice Billat verschiedene Luftmatratzen-Modelle aus, die die Lösung des Tübinger Wohnraumproblems darstellen: „Little Venice in Schwabenland“, „Luxuswohnung Titanic“, „Rettungsmatratze Sozialstaat mit Loch“ sowie weitere innovative Wohnformen und einmalige Gelegenheiten für Zukunftsinvestitionen und satte Rendite.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihre Geldanlagen!

Die Künstlerin Béatrice Billat steht für Rückfragen zur Verfügung:
0163 9765 293
Informationen zum Wohnraumbündnis Tübingen: https://wohnraumbuendnis-tuebingen.mtmedia.org/

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Leserbrief zum Verkauf städtischer Grundstücke für Bau von Unterkünften für Geflüchtete

Folgender Leserbrief des Wohnraumbündnis erschien am 1.4.2016 im Schwäbischen Tagblatt:

Die Tübinger Stadtverwaltung plant Grundstücke für den Bau von Wohnraum
für Geflüchtete in einem Ideenwettbewerb an private Bauträger zu
vergeben. Das Land unterstützt solche Bauvorhaben finanziell. Es kann
davon ausgegangen werden, dass sich auch profitorientierte Bauträger
bewerben, die nach 10 Jahren Bindungsfrist hohe Mieten in der
Folgenutzung kassieren möchten. Den Aktiven im Tübinger Wohnraumbündnis
erscheint es daher als zentral, bei der Vergabe der Flächen solche
Initiativen auszuwählen, die nicht aus Profit und Spekulationsgründen
für Geflüchtete bauen, sondern echte soziale Anliegen haben. Schön, dass
die „Neue Nachbarn KG“ genau in diese Richtung plant. Leider
benachteiligen Ideenwettbewerbe aber soziale Initiativen, denen es
schwer fällt, mit Bewerbungsunterlagen in finanzielle Vorleistungen zu
gehen und beim Ausscheiden aus dem Wettbewerb auf den Kosten sitzen zu
bleiben. Und bei aller Anerkennung für die Bemühungen der
Stadtverwaltung, eine dezentrale Unterbringung zu ermöglichen: Gemischte
Wohnformen von Alt- und NeubürgerInnen wären sicher das bessere Modell,
als bis zu 200 Geflüchtete gemeinsam unterzubringen.

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Plakatinstallation am Hechinger Eck führt zu Debatte: Das NEUE Tübinger Modell, Gemeingüter statt Wohnungsnot?!

Auf Facebook, im Tagblatt und auf verschiedenen Internetseiten wird über eine Großplakat-Installation am Hechinger Eck berichtet. Auf dem Plakat wird das „NEUE Tübinger Modell“ angekündigt. Das Wohnraum-Bündnis hat mit einem Leserbrief das „NEUE Tübinger Modell“ und die Reaktion von Oberbürgermeister Boris Palmer kommentiert. Wir dokumentieren hier diesen Leserbrief, sowie darunter den Text des Plakats sowie Links zu Berichten über die Plakat-Aktion:

Als Wohnraumbündnis begrüßen wir die Initiative „NEUES Tübinger
Modell“, Wohnraum in Zukunft nicht mehr Markt und Profit zu überlassen.
Baugruppen und Eigentumswohnungen kritisch zu hinterfragen und über
genossenschaftliche, eigentumsneutralisierende Modelle nachzudenken, ist
aus unserer Sicht der richtige Weg zu langfristig
bezahlbarem Wohnraum. Schön zu lesen, dass OB Palmer auch kreativ in
diese Richtung denkt! Wie auf dem Großtransparent am Hechinger Eck
stand: „Hausbesetzungen, Wohnprojekte, Baugruppen: Für die Zukunft
planen heißt aus Erfahrung lernen! Tübingen für Alle. Demnächst auch im
Saiben und in der Weststadt“. Wir freuen uns drauf!
(erschienen im Schwäbischen Tagblatt am 1.3.2016)

neues tuebinger modell

 

 

 

 

 

 

 

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Neuer Mietspiegel bestätigt: Wohnen in Tübingen wird zum Luxus

Nach über 4 Jahren liegt nun ein neuer Mietspiegel für Tübingen vor. Von je 5000 befragten VermieterInnen und MieterInnen schickten 2150 ihre Fragebogen, die Datengrundlage des Mietspiegels sind, zurück. 1407 waren für die Berechnung relevant. Denn nicht jede Miete findet Eingang in die Berechnung des neuen Mietspiegels. Weil es Ziel der Erhebung ist, die Mietsteigerung zu ermitteln, dienen lediglich Mietverträge die innerhalb der letzten vier Jahre abgeschlossen wurden, oder Mieten die in diesem Zeitraum erhöht wurden, als Berechnungsgrundlage. Kein Wunder also, dass die Mieten laut neuem Mietspiegel weiter steigen. In Tübingen sind sie seit der letzten Erhebung um etwa 3% pro Jahr gestiegen, auf einen aktuellen Durchschnitt von 9,17€ pro Quadratmeter. Überdurchschnittlich hoch sind die Mieten dort wo es eine entsprechend hohe Nachfrage gibt, in Tübingen sind das v.a. kleine Studierendenwohnungen in Uninähe und Familienwohnungen im Stadtzentrum. Der Mietspiegel bestätigt damit, was das Tübinger Bündnis gegen Wohnungsnot bereits im letzten Jahr festgestellt hat: Wohnen in Tübingen wird zum Luxus, den sich immer weniger Menschen leisten können.

Grundsätzlich gibt es wenig daran auszusetzen, die Höhe der Mieten in einer Stadt empirisch zu erfassen. Anders als der Tübinger Baubürgermeister Soehlke meint, handelt es sich hierbei aber nicht um eine einfache Datenerfassung, sondern eben doch um ein politisches Steuerungsinstrument. Die in Tübingen gültige Mietpreisbremse orientiert sich am Mietpreisspiegel. Wenn die eigene Miete mehr als 20% über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, könnte laut Mieterbund eine Mietpreisüberhöhung vorliegen gegen die man rechtlich vorgehen kann. Die genannten Zahlen zeigen aber gleichzeitig, dass die Mietpreisbremse nur dort greift, wo die Mieten so oder so schon enorm hoch sind, Menschen mit kleinem und mittleren Einkommen wird sie kaum entlasten. Das zentrale Problem ist aber, dass die im Mietpreisspiegel ermittelte Mietsteigerung als Berechnungsgrundlage für die ortsübliche Vergleichsmiete herangezogen wird. Damit wird der Mietspiegel de facto zu einem Mieterhöhungsspiegel, der v.a. ein Indikator für ImmobilienbesitzerInnen ist wie weit sie ihre Miete problemlos erhöhen können. Die Perspektive der MieterInnen spielt hier eine untergeordnete Rolle. Und das obwohl für sie schon die Bestandsmieten kaum bezahlbar sind.

Was Tübingen braucht ist ein effektiver Stopp der Mietsteigerungen und eine Senkung der Mieten, statt einer Preisanpassung nach oben. Ein qualifizierter Mietspiegel, der als Berechnungsgrundlage für eine Mietobergrenze gilt, muss selbstverständlich auch die Bestandsmieten mit einbeziehen. Statt massenhaftem Leerstand auf der einen und Luxusappartments auf der anderen Seite brauchen wir mehr bezahlbaren Wohnraum für alle.

 

Wohnraumbündnis Tübingen, Februar 2016

 

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Postkarte des Wohnraumbündnis fragt nach: Mietsteigerung? Zwangsräumung? Leerstand? Stress mit Vermieter?

Mit einer Postkarte, die seit heute in Tübingen verteilt wird, wendet sich das Wohnraumbündnis an alle, die von Mietsteigerungen betroffen sind oder von Zwangsräumungen. An alle, die sich über Leerstand ärgern oder Stress mit ihrem Vermieter haben. An alle, die auch was tun wollen, für gutes, bezahlbares Wohnen in Tübingen.
Postkarte Wohnraumbuendnis Tue

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Wohnraum für Kapitalanleger statt bezahlbares Wohnen für alle

Zwei aktuelle Beispiele von Altbau-Sanierungen in der Tübinger Altstadt, die nicht bezahlbares Wohnen schaffen, sondern Anlagemöglichkeit mit Rendite: Wohnraum als Geldanlage und Ware…
exklusives wohnen haaggasse tübingen
Haaggasse Tübingen, Dezember 2015

exklusives wohnen lange gasse tübingen
Lange Gasse Tübingen, Dezember 2015

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Argumentationspapier des BUND-Landesverbands Ba-Wü: Flüchtlingskrise – neue Herausforderungen für das Bau- und Planungsrecht

Im Dezember 2015 hat der Landesverband Baden-Württemberg ein Argumentationspapier veröffentlicht, das ausgehend von der Frage nach der Unterbringung von Geflüchteten Lösungsansätze für preiswerten, guten und nachhaltigen Wohnungsbau für alle einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen formuliert. Darin wird betont, dass das Problem fehlenden bezahlbaren Wohnraums schon lange vor Ankunft der Geflüchteten bestanden hat, aufgrund der Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus durch Bund, Länder und Kommunen. Der BUND spricht sich gegen billige Plattenbausiedlungen mit geringen Umweltstandards auf der grünen Wiese aus, mit denen die städtebaulichen Fehler der Ghettoisierung der 1970er Jahre wiederholt würden. Statt der Frage „Blümchen- und Klimaschutz contra Menschlichkeit“ dürfte die Flüchtlingsproblematik nicht dazu dienen, im Außenbereich neue Einfamilienhausgebiete auszuweisen oder wichtige Baustandards zu senken. Umwelt schonendes und Flächen sparendes Bauen sei durchaus mit preiswertem Wohnungsbau vereinbar.

Als Maßnahmen und Lösungsansätze werden weiter unter anderem ausgeführt: Flexibles Planen für alle einkommenschwachen Nutzergruppen (Studierende, Senioren,…); Bau von qualitätsvollen, energieeffizienten, barrierefreien Flüchtlingsunterkünften, die später Sozialwohnungen werden können; Innenentwicklung mit Aktivierung von Leerständen und Baulücken (Leerstandsabgabe/Zweckentfremdungsverbot mit explizitem Hinweis auf grundgesetzliche Sozialbindung von Eigentum); revolvierender (sich selbst wieder auffüllender) Wohnungsbaufonds auf Landesebene; Förderprogramm des Landes; Bodenbevorratungspolitik (wie u.a. in Ulm und München) als kommunale Daseinsvorsorge mit Erbbaurecht für Bauträger, die dauerhaft preiswerten Wohnraum zur Verfügung stellen entsprechend sozialen und ökologischen Standards;…

Das Argumentationspapier findet sich hier.

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