Folgenden Leserbrief haben wir am 19.5.26 im Schwäbischen Tagblatt veröffentlicht. Anlass ist die Vorstellung des neuen städtischen Wohnraumberichts im Planungsausschuss, der Bericht darüber im Schwäbischen Tagblatt und die ersten Reaktionen darauf.

Die Wohnraumbeauftragten der Stadtverwaltung erstellen einen umfassenden Wohnraumbericht und Fazit von Sabine Lohr, SPD und CDU ist die Bebauung des Saiben in zig Jahren? Wenigstens wird von allen gesehen, dass es, wenn schon, dann gemeinwohlorientierten Neubau braucht. Denn der Markt und profitorientiertes Handeln verschärfen die Probleme der Wohnraumversorgung immer weiter. Akut sollte jetzt aber erstmal mehr gegen überhöhte Bestandsmieten und Mietwucher getan werden: „Pro Monat werden im Schnitt 40 Fälle im Bereich Mietpreisüberhöhung oder Mietwucher bearbeitet, in 80 Prozent davon wurde ein Verstoß festgestellt“ steht im Bericht. Und die höchsten Mieten in Tübingen werden für „möblierten Wohnraum“ verlangt, mit dem die Mietpreisbremse umgangen wird. Die wichtige Arbeit der Verwaltung sollte gestärkt werden, um das systematische Monitoring der Mietangebote sowie die Beratung und Unterstützung von Mieter:innen, die von überhöhten Mieten bis zu Mietwucher betroffen sind, auszubauen. Auch dass Vermietende oft die Mietrechtslage nicht kennen, zeigt die Notwendigkeit dieser Arbeit. Wäre hier eine Bildungskampagne „Wie vermiete ich legal?“ zusammen mit Haus & Grund eine Möglichkeit?