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Housing First – ein Konzept auch für Tübingen? Online-Vortrag 10.12.21

Housing First – ein Konzept auch für Tübingen?

Freitag, 10. Dezember 2021, 19 Uhr
Online: Link unter: https://wutuebingen.mtmedia.org/

Housing First wurde im Oktober 2020 als dreijähriges Modellprojekt in Berlin gegründet. Die begleitende Evaluation hat den Erfolg dieses Konzepts bestätigt, so das es nun als reguläres Projekt weiterarbeiten kann. Die Senatsverwaltung für Soziales hat in ihrer Planung „Obdachlosigkeit in Berlin bis 2030 beenden“ Housing First als eine Säule benannt. Stefan Laurer, Diplom Sozialarbeiter/-pädagoge bei „Housing First Berlin“, wird uns eine sachkundige Einführung in das Thema geben.
Daran anschließend soll diskutiert werden, inwieweit das Konzept auch in Tübingen angewandt werden könnte.

Eine Veranstaltung der „Wohnungslosen-Unterstützung Tübingen“ (WUT) in Kooperation mit dem „Wohnraumbündnis Tübingen“ und „Input Tübingen“.

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Haus „Bäcker Fischer“ verkauft, aufgeteilt und schon wieder zum Weiterverkauf angeboten

Über den Verkauf des Hauses Eugenstraße 27/Ulrichstraße 24 („Haus Bäcker Fischer“) in der Tübinger Südstadt berichtet jetzt auch das Tagblatt. Das Haus ist durch den Bäcker Fischer bekannt und bildet mit den gegenüberliegenden Schreibwarenladen, Arztpraxis und Eberhardskirche einen der zentralen Begegnungsorte in der Südstadt.

Im Frühjahr wurde das Haus zum ersten Mal verkauft nachdem es von den ErbInnen der langjährigen Eigentümerin über Engel&Völkers für 2.150.000 € angeboten wurde. Eine Übernahme des Hauses durch eine Genossenschaft unter Vermittlung der Stadtverwaltung scheiterte an den ErbInnen und der Geschwindigkeit, mit der sie das Haus verkauften.
Offensichtlich wurde das Haus von der Immobilienfirma TerraConsult gekauft und direkt aufgeteilt. Seit Oktober ist die Haushälfte Ulrichstraße auf Immobilienscout24 schon wieder zum Weiterverkauf inseriert: Für 1.875.000 €!!!

Nicht mal ein halbes Jahr hat TerraConsult das Haus gehalten und verkauft die Haushälfte jetzt schon wieder zu einem deutlich höheren Preis weiter. Für die Mieter*innen kann das nur Mieterhöhungen bedeuten, wahrscheinlich verfolgen die Käufer auch das Ziel, ihre Investition durch die Umwandlung in Eigentumswohnungen zu vergolden.

Gerade in der Ulrichstraße haben Mieter*innen in den letzten 10 Jahren in mehreren Häusern miterleben müssen, wie die Häuser verkauft und die Mieten erhöht wurden. In der Ulrichstraße 8 machten die neuen Eigentümer sogar so lange Druck, bis die Mieter*innen auszogen und das Haus umgebaut und mit mehr Profit als Studierenden-WGs vermietet werden konnte.

Der Mietenwahnsinn nimmt offensichtlich kein Ende. Was kann dagegen getan werden?

  • Mit der städtischen Dachgenossenschaft könnte eine Struktur zur Verfügung stehen, um Häuser zu kaufen und dauerhaft für bezahlbare Mieten zu erhalten. Auch das Mietshäuser Syndikat bietet dafür Möglichkeiten, wenn Mieter*innen sich selbst organisieren und selbstverwalten wollen. Damit Hauseigentümer*innen ihre Häuser für solche sozial verantwortlichen Zwecke verkaufen, müsste aber aktiv auf sie zugegangen werden – noch bevor ggf. die Erb*innen nach ihrem Tod die Häuser meistbietend verkaufen.
    In Frankfurt/Main hat sich mit der GIMA gerade auch eine Genossenschaft gegründet, die auf diese Weise aktiv auf Eigentümer*innen zugeht.
  • Auf Bundesebene müssen neue gesetzliche Regelungen verabschiedet werden für die Einrichtung von Milieuschutzgebieten zur Verhinderung von Luxussanierungen und mit kommunalen Vorkaufsrechten. Jüngst hat das Bundesverwaltungsgericht leider die geltenden Regelungen massiv in Frage gestellt.
  • Auch ein bundesweiter Mietenstopp wird von vielen Mieterschutzorganisationen gefordert, auch um den steigenden Mieten wegen Immobilienspekulation (und nichts anderes zeigt sich hier beim Haus Bäcker Fischer!!!) etwas entgegen zu setzen.

 

 

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Bericht über Kundgebung zum Housing Action Day 2021

Das Schwäbische Tagblatt veröffentlichte am 14.5.21 unseren Bericht in der Rubrik „Von außen“:
Kundgebung für faire Mieten
Das Tübinger Wohnraumbündnis berichtet von einer Kundgebung auf dem Holzmarkt am 27. März, mit der es sich am europaweiten Aktionstag „Housing Action Day“ beteiligte. Von Portugal bis Polen und Irland bis Zypern gab es an diesem Tag Aktionen gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung und für solidarische Städte. An der Tübinger Kundgebung nahmen etwa 150 Personen teil. Passenderweise erschien am Tag vorher ein Bericht im TAGBLATT, dass sich Tübingen auf Platz fünf der Städte mit den höchsten Mieten deutschlandweit befindet. Andrea Filter vom Verein Frauen helfen Frauen e.V. berichtete, wie Frauen, die den Schutz der Tübinger Frauenhäuser nicht mehr brauchen, durch den prekären Wohnungsmarkt länger auf das Frauenhaus als Wohnort angewiesen bleiben. Aufenthalte von über einem Jahr sind dort mittlerweile keine Seltenheit. Gleichzeitig müssen dadurch Frauen, die akut von Gewalt betroffen sind, noch häufiger abgewiesen werden als ohnehin schon. Eine Bewohnerin der Münzgasse 13 berichtete über den dort aktuell laufenden Mietboykott. Die Bewohner*innen möchten das ehemals und nun wieder besetzte Haus mit dem Mietshäuser Syndikat kaufen und so das historische Gebäude und die bezahlbaren Mieten dauerhaft erhalten. Susanne Haas stellte die Genossenschaft Neustart Tübingen vor, die in der Südstadt ein divers zusammengesetztes, sozial-ökologisches Projekt für 500 Bewohner:innen bauen möchte. Mit Grüßen nach Berlin endete die Tübinger Kundgebung: Die Kampagne „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ sammelt derzeit Unterschriften für einen Volksentscheid zur Enteignung von Immobilienkonzernen.

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Kundgebung zum europaweiten HOUSING ACTION DAY 2021: Samstag 27.3. 13:30-14:30 Uhr, Holzmarkt Tübingen

Europaweit gehen zum Housing Action Day Menschen auf die Straße: Für das Recht auf ein würdevolles Leben in guten und sicheren Wohnungen für alle und für eine solidarische Stadt(gesellschaft).
https://www.housing-action-day.net/

Die Missstände sind alle seit vielen Jahren bekannt: Mieten und Bodenpreise in den attraktiven Städten explodieren, angeheizt durch den Handel und die Spekulation mit „Betongold“. Gleichzeitig wurden über viele Jahre bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen an Miethaie verkauft und viel zu wenige davon neu gebaut. Beides zusammen führt dazu, dass Mieter*innen mit kleinen Einkommen verdrängt werden und Wohnungsnot und -unsicherheit in breiten Bevölkerungsschichten grassiert. In der Pandemie wird all dies noch verschärft. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass beengte und schlechte Wohnverhältnisse sehr stark zu Ansteckungen und schweren Krankheitsverläufen bei Covid19 beitragen. Und: Aktien- und Kapitalbesitz macht in dieser Krise reich(er), Kurzarbeit bei niedrigen Löhnen lässt Menschen vollends verarmen und bringt sie in die existenzielle Not, z.B. ihre Mieten oder Nebenkosten nicht mehr zahlen zu können.

Das mag es alles geben, aber doch nicht in Tübingen… Falsch, es gibt für all das Aufgezählte auch hier Beispiele:
Es gab die Privatisierung von Sozialwohnungen in die Hände von allein auf Rendite ausgerichteten Wohnungskonzernen, es gibt Miethaie, es gibt Verdrängung, es gibt enormen Druck – nicht nur, aber vor allem – auf Einkommensschwächere. In Zukunft übrigens noch mehr durch das von fast allen Gemeinderatsfraktionen hofierte Amazon-/Cyber-Valley, das bei „überhitztem Wohnungsmarkt“ hunderte oder gar tausende von gutbezahlten Spezialist*innen zusätzlich anziehen und um den knappen Wohnraum konkurrieren lassen wird.

Trotzdem ist es so, dass viele von Wohnungsnot, Verdrängung und Miethai-Praktiken Betroffene sich bisher nicht öffentlich wehren, vielleicht aus Scham, vielleicht aus Hoffnungslosigkeit. Das wollen wir ändern!

Gleichzeitig gibt es aber auch Beispiele dafür, wie es anders gehen kann:

  • In Tübingen hat die Erbengemeinschaften der Fruchtschranne 6 das Haus zu einem fairen Preis an die Bewohner*innen verkauft, die es nun mit dem Mietshäuser Syndikat dauerhaft vom Immobilienmarkt genommen und bezahlbare Mieten gesichert haben.
  • Aktuell kämpfen die Bewohner*innen des ehemals – und jetzt wieder – besetzten Hauses Münzgasse 13 darum, ihr Haus ebenfalls mit dem Mietshäuser Syndikat kaufen und dauerhaft sichern zu können.
  • Mit der Genossenschaft Neustart Tübingen wird ein neues, beispielhaftes sozial-ökologisches Konzept von Nachbarschaften für das Neubaugebiet Marienburger Straße entwickelt.
  • Und in Berlin sammelt die Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen (mit Co ist z.B. die auch in Tübingen aktive Vonovia gemeint) derzeit erfolgreich Unterschriften für einen Volksentscheid zur Enteignung von Immobilienkonzernen, die nach dem Grundgesetz möglich ist.

Wohnraum darf keine Ware sein! Immobilienkonzerne enteignen!

Viel mehr kommunale und Landesinvestitionen in dauerhaft bezahlbaren Wohnraum!

Bessere Förderung aller gemeinwohlorientierten Akteure im Wohnbereich!

Mietenstopp und Mietendeckel überall!

Abschaffung von Lagerunterbringung – nicht nur in Pandemiezeiten!

Recht auf Stadt und Teilhabe an allen städtischen Leistungen für alle, auch für Geflüchtete und Wohnsitzlose!

 

Bitte beachtet auf der Kundgebung die Corona-Regeln: Mund-Nase-Bedeckung tragen und Abstand halten.

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Cyber Valley befeuert Mietenwahnsinn in Tübingen: Mini-Apartments für 205.000€!

Folgenden Leserbrief haben wir im Schwäbischen Tagblatt veröffentlicht. Er nimmt Bezug auf einen Artikel über den Neubau von 25 „Mini-Apartments“ am Heuberger Tor Weg:

Gut, wenn im Gemeinderat jetzt endlich die Zweckentfremdungsverordnung ergänzt werden soll: Auch die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen muss untersagt werden! Was in dem Artikel vom 22.4. über die „32 modernen Mini-Apartments“, die am Heuberger-Tor-Weg 25 entstehen sollen, nicht erwähnt wurde, ist der Zusammenhang mit dem Cyber Valley. Die „BTM Wohnbaugesellschaft“, die die Apartments baut, schreibt auf ihrer Internetseite: „Das derzeit im Bau befindliche neue Forschungszentrum für künstliche Intelligenz „cyber valley“, an dem sich Großfirmen wie Amazon in Tübingen ansiedeln, liegt nur 1,8 km entfernt (5 Minuten mit dem E-Bike)“. Als Wohnraumbündnis haben wir im Dezember 2018 einen Brandbrief veröffentlicht in dem wir vor Mietsteigerungen und Verhältnissen wie im kalifornischen Silicon Valley gewarnt haben. Uns wurde damals vorgeworfen, wir würden völlig übertreiben. Ein Kaufpreis je 25-Quadratmeter-Apartment von 205.000 Euro bzw. 8200 Euro pro Quadratmeter bestätigt nun leider unsere Prognose: Das Cyber Valley befeuert den Mietenwahnsinn in Tübingen.

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Offener Brief: Hotels und Ferienwohnungen in Tübingen für Bedürftige öffnen

Die Gruppe about:utopia hat einen Offenen Brief geschrieben, den wir zusammen mit anderen Initiativen unterzeichnet haben.

Offener Brief an die Stadt Tübingen, Tübinger Hotelbetreiber*innen und alle Menschen, die in irgendeiner Form leerstehenden Wohnraum besitzen

„Stay at home!“ Ein wichtiger Aufruf, welcher jedoch nicht für alle Menschen umsetzbar und auch mit unterschiedlichen Gefahren verbunden ist.

In Zeiten der Corona-Pandemie wird von Seiten der Regierungen dazu aufgefordert, dass alle Menschen zu Hause bleiben sollen. Dieser Appell ist vor dem Hintergrund der akuten und für manche Menschen lebensbedrohlichen Virus-Infektion nachvollziehbar und notwendig, um einen Anstieg der Infektionen einzudämmen und damit Leben zu schützen…

mehr: https://aboututopia.org/2020/04/02/offener-brief-hotels-und-ferienwohnungen-fuer-beduerftige-oeffnen/

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Schutz vor Corona braucht ein Zuhause

Der Corona-Virus kennt keine Grenzen. Er breitet sich auch in Europa immer mehr aus. Die Situation ist dramatisch: In weiten Teilen Italiens ist die Gesundheitsversorgung kollabiert, immer mehr Länder in Europa schließen Schulen und Kindergärten, untersagen große Veranstaltungen, mehr und mehr Menschen bleiben in freiwilliger oder unfreiwilliger Quarantäne zu Hause. Auch in Deutschland droht der Kollaps des Gesundheitssystems. Wo seit Jahren rationalisiert, privatisiert und eingespart wird, da geraten Einrichtungen öffentlicher Fürsorge an ihre Kapazitätsgrenzen. Besonders betroffen sind ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen, oft dieselben, die unter Armut, prekären Beschäftigungsverhältnissen oder Wohnungslosigkeit leiden.

Viele Veranstaltungen und Versammlungen mussten bereits abgesagt werden. Das bundesweite Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn hat deshalb beschlossen, die geplanten Großdemonstrationen in vielen deutschen und europäischen Städten zum Housing Action Day am 28.3.2020 zu verschieben. Obwohl es gerade in Zeiten der Corona-Krise dringender denn je ist, für bezahlbaren Wohnraum mit vielen Menschen auf die Straße zu gehen, halten wir es für richtig, dies zurzeit nicht zu tun. Wir verschieben die Großdemonstrationen, sagen den Housing Action Day jedoch nicht ab. Planungen kleinerer dezentraler Aktionen laufen weiter. Wir werden Wege finden, unserem Protest ein Stimme zu geben! Achtet daher auf Ankündigungen in euren Städten.

Die Corona-Pandemie ist eng mit der Wohnungsfrage verknüpft. Am schlechtesten vor einer Infizierung schützen können sich alle, die keine eigene Wohnung haben, die auf der Straße oder in beengten Gemeinschaftsunterkünften leben. Oftmals ist dies mit mangelhaften Hygienebedingungen und fehlender medizinischer Versorgung verbunden. Viele Menschen werden infolge der Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie ihre Jobs und Einnahmequellen verlieren. Dies betrifft insbesondere Menschen mit prekären Beschäftigungsverhältnissen und kleine Selbstständige sowie freiberuflich Tätige und Kulturschaffende. Auch Betreiber*innen von Kleingewerbe wie Kioske, Clubs und Kneipen oder Werkstätten werden hart von Einnahmeausfällen betroffen sein. Damit drohen: Kündigungen und Zwangsräumungen wegen nicht gezahlter Miete, Strom- und Wassersperren, Schließung von Kultureinrichtungen und Kneipen, Clubs und lokaler Infrastruktur oder die Zwangsversteigerung von selbstgenutztem Wohneigentum bei nicht gezahlten Kreditraten.

Zum Weiterlesen hier klicken: Continue reading

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Europaweiter Housing Action Day am 28.3.2020 auch in Tübingen!

In regelmäßigen Treffen mit weiteren wohnpolitisch Interessierten bereiten wir derzeit unsere Beteiligung am europaweiten Aktionstag „Housing Action Day“ am Samstag 28.3. vor:
Geplant werden Infostände, eine gemeinsame Fahrt zur Demo nach Stuttgart (http://www.mietendemo-stuttgart.de/) und eine abendliche Wohn-Out-Aktion… Mehr Infos dazu gibt es dann bald hier auf dieser Homepage.

Das europaweite Bündnis hat folgende Homepage: https://www.housing-action-day.net/

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Haben Sie Probleme mit Vonovia?

Große Immobilienfirmen machen ihren Mieter*innen oft Probleme. Der Börsenkonzern Vonovia ist in Deutschland der größte Vermieter. Der Gewinn für 2019 liegt bei 1,2 Milliarden €. Bundesweit und in Tübingen haben Mieter*innen immer wieder Ärger mit der Vonovia. 2014 waren in der Hegelstraße 31 das Treppengelände und die Schließanlage lange kaputt. In der Haußerstraße 146 war der Fahrstuhl 2017 kaputt und die Mieter*innen sollten die Reparatur bezahlen. Die Fahrstühle in einem Stuttgarter Hochhaus sind seit zwei Monaten kaputt. In Dresden, Berlin und Stuttgart hat Vonovia Mieten erhöht. Gerichtsurteile zeigen, dass diese Mieterhöhungen falsch sind.

Vonovia ist ein börsennotiertes Immobilienunternehmen. Vonovia geht es nicht um das Recht auf Wohnen sondern um maximalen Profit. Maximaler Profit entsteht bei Vonovia durch Sparen, dann repariert und saniert Vonovia nicht. Oder durch Investition in Sanierungen und Modernisierungen, dann erhöht Vonovia die Mieten oder verkauft Wohnungen.

In Tübingen laufen in vielen Vonovia-Häusern auch noch die Sozialbindungen der Wohnungen aus. Es kann passieren, dass Vonovia die Mieten dann stark erhöhen möchte.

Bekannte Probleme mit Vonovia – und was dagegen getan werden kann:

Ausbleibende Reparaturen?
Immer wieder kommt es vor, dass Vonovia Aufzüge, Klingel-/Schließanlagen, Treppengeländer oder andere Haustechnik nicht repariert. Vonovia ist aber verpflichtet, diese Reparaturen zeitnah durchzuführen. Wenn bei Ihnen im Haus Reparaturen ausbleiben, wenn Sie keine Verantwortlichen erreichen oder immer wieder vertröstet werden:
  • Sprechen Sie mit Ihren Hausmitbewohner*innen und schließen Sie sich zusammen.
  • Dokumentieren Sie, was seit wann kaputt ist.
  • Schreiben Sie Vonovia einen offiziellen Brief als Mängelanzeige und fordern Sie im Namen mehrerer Hausbewohner*innen die umgehende Reparatur.
  • Wenn Vonovia die Reparaturen nicht vornimmt oder Sie hingehalten werden, machen Sie die Sache öffentlich. Wenden Sie sich dazu an das Wohnraumbündnis, das auch Kontakte zu Medien herstellen kann: wohnraumbuendnis-tue@mtmedia.org
  • Sie können sich auch an die Stadtverwaltung wenden und dort nach Unterstützung fragen: wohnraum@tuebingen.de
  • Der Mieterbund bietet für Mitglieder Rechtsberatung an und Vertretung vor Gericht: info@mieterbund-rt-tue.de

Immer wieder hat der öffentliche Druck durch die gemeinsame Beschwerde vieler Mieter*innen und Berichte in Medien geholfen, Vonovia zu Reparaturen zu bringen!

Modernisierungsmaßnahmen?
Wenn es in ihrem Haus zur Ankündigung von Modernisierungsmaßnahmen kommt: 
fehlerhafte Nebenkosten-/Betriebskostenabrechnungen?
In vielen Städten gibt es Beschwerden gegen Vonovia wegen unklarer und fehlerhafter Nebenkostenabrechnungen. Oft führen eigene Tochterunternehmen von Vonovia Dienstleitungen wie Hausmeisterdienste etc. durch. Dabei ist unklar, welche Dienstleistungen nötig sind und was sie kosten dürfen.
  • Sprechen Sie mit Ihren Hausmitbewohner*innen und schließen Sie sich zusammen.
  • Prüfen Sie die Nebenkosten-/Betriebskostenabrechnung genau.
  • Der Mieterbund bietet für Mitglieder Beratung an: info@mieterbund-rt-tue.de
Mieterhöhung?
Für Mieterhöhungen kann es mehrere Gründe geben. Oft sind Mieterhöhungen rechtmäßig. Aber es kommt auch immer wieder vor, dass Vonovia unrechtmäßige Mieterhöhungen vornimmt.
Im laufenden Mietverhältnis von Wohnungen, deren Sozialbindung ausgelaufen ist, können die Mieten Stück für Stück erhöht werden. Die Mieten dürfen maximal an die ortsübliche Vergleichsmiete angeglichen werden. Dabei gilt laut gesetzlicher Kappungsgrenze in Baden-Württemberg, dass die Mietsteigerung nicht mehr als 15% innerhalb von drei Jahren betragen darf. Die Kappungsgrenze gilt allerdings nicht, wenn der Vermieter einen Zuschlag zur Miete als „Modernisierungsumlage“ erhebt. Hier darf der Vermieter pro Jahr bis zu acht Prozent der Kosten einer Modernisierung auf die Miete umlegen. Immobilienkonzerne wie Vonovia versuchen meistens, diese acht Prozent auszuschöpfen. Oft rechnet Vonovia dabei aber auch Instandhaltungsmaßnahmen ein, die keine Modernisierung sind! Im März 2020 hat das Amtsgericht in Stuttgart eine Mieterhöhung von 200€ in einer Wohnung ausgesetzt. Vonovia hatte nicht nachvollziehbar geschildert, wie es zu dieser Mieterhöhung wegen Modernisierungsmaßnahmen gekommen ist.
  • Sprechen Sie mit Ihren Hausmitbewohner*innen und schließen Sie sich zusammen.
  • Prüfen Sie die angekündigten Mieterhöhung genau.
  • Der Mieterbund bietet für Mitglieder Beratung an: info@mieterbund-rt-tue.de
  • Sie können sich auch an die Stadtverwaltung wenden und dort fragen, ob Vonovia sich an den Mietspiegel und die erlaubte Mietsteigerungen hält: wohnraum@tuebingen.de

 

Haben auch Sie diese Probleme mit der Vonovia? Ist Ihre Miete gerade sehr gestiegen?

 

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Gemeinderat Tübingen erlässt Baugebot für baureife Grundstücke

Sowohl in Tübingen als auch durch die Auftritte von Oberbürgermeister Palmer bundesweit in Medien wurde die letzten Monate viel über ein Baugebot für Eigentümer*innen baureifer innerstädtischer Grundstücke diskutiert. Besonderes Aufsehen hat dabei die Androhung von Enteignung als letzte Konsequenz erregt.

Der Tübinger Gemeinderat hat nun Anfang Dezember 2019 mit einer Mehrheit von AL/Grüne, SPD, Linke, Die Fraktion (Partei/Demokratie in Bewegung) ein Baugebot erlassen. Entsprechend den Paragraphen 175 und 176 Baugesetzbuch hat die Verwaltung damit ein Druckmittel, um innerstädtische Baulücken zu schließen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Dem Beschluss ging eine Erhebung  und Kontaktaufnahme mit Grundstückseigentümer*innen voraus. Demnach (Tagblatt 21.11.2019 und 6.12.2019) waren von ursprünglich 550 Grundstücken 240 als geeignet identifiziert worden, von den 240 Baulücken-Besitzer*innen weigern sich 82 zu bauen, mit ihnen finden weitere Gespräche statt und es werden formelle Verfahren eingeleitet. Die anderen Grundstückeigentümer*innen haben eine Bebauung angekündigt oder sind in Verkaufsgespräche eingetreten, wobei die Sadtverwaltung auch Grundstückstausch oder Erbpacht als Optionen anbietet.

Als Wohnraumbündnis Tübingen begrüßen wir die kommunale Anwendung der Paragrafen 175 und 176 des Baugesetzbuches. Bebauung von innerstädtischen Brachen, die sowieso zur Bebauung vorgesehen sind, sollte Vorrang vor neuen Baugebieten am Stadtrand haben.

Dem Problem der fehlenden Wohnungen mit bezahlbaren Mieten wird damit allerdings leider nur wenig Abhilfe geschaffen: Das Tübinger Programm „Fairer Wohnen“ garantiert nur auf städtischen Flächen einen hohen Anteil bezahlbaren Wohnens, die Mietpreisbremse ist wegen Formfehler der Landesregierung noch immer in Baden-Württemberg nicht gültig  und ein dringend benötigter Mietendeckel wird bisher nicht breiter diskutiert…

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